Besuch des Freundeskreises zur Gründung des des Vereines der viereckigen Salami.

V.i.S.d.P.  Klaus Gohlke, Pressewart des Freundeskreises Städtepartnerschaft Mörfelden-Walldorf e.V.

Pressemitteilung vom 10.6.2013

Besuch des Freundeskreises zur Gründung des des Vereines der viereckigen Salami.

Eine Salami ist rund. Das glauben viele Menschen. In unserer Partnerstadt Torre Pellice ist man dabei, dieses Vorurteil auf das schärfste zu bekämpfen.
Getreu dem alten Sepp-Herberger-Spruch „Das Runde muss ins Eckige“ machten sich die Metzgermeister der Stadt zusammen mit dem Künstler, Musiker und Hobbykoch Guy Rivoir daran, der , piemontesischen Blutwurst „Mustardela“ eine viereckige Salamischwester zu schenken. Die Neue heißt auf okzitanisch „Quadret d’la Tour“ und ist ausschließlich bei Metzgern in Torre Pellice zu bekommen. Ihr Herstellungsprozeß ist geheim, aber bei weitem nicht so geheim wie bei der deutschen Leberwurst. Denn so viel kann verraten werden:

Man nehme sehr gutes Schweinefleisch, das sich längere Zeit in gutem Rotwein aufgehalten hat. Wie lange und welcher Wein – das ist die gut gehütete Kunst. Dazu gebe man ausgesuchte Kräuter, darunter Enzian, von denen keines unter 2,200 Metern Höhe wächst, und deren Fundstellen nur versierten einheimischen Bergkundigen vertraut sind. Die daraus bereitete Wurstmasse kommt in Naturdarm, der dann auf geheimnisvolle Weise die viereckige Form eines guten schweren Kasten-Schwarzbrotes annimmt.

Der Geschmack ist einzigartig und kann kaum beschrieben werden – man muss die „Quadret“ gegessen oder besser, erlebt haben.

Denn Guy Rivoir und seine Freunde haben der Welt nicht nur die Quadret geschenkt, sondern auch gleich ein Reihe von Rezepten dazu erfunden.

Es gibt Insalata 1906 di Quadret, Tiepidina, warmen Kartoffelsalat mit Zwiebeln und Quadret, es gibt Polenta Passata mit Quadret, Lasagne Quadrettine alla Torese,
und sogar einen „Quadburger“ für die beklagenswerten Menschen, die so beschäftigt sind, dass sie nur eine Hand zum Essen frei haben. Und wir dürfen sicher sein, dass bei unserem nächsten Besuch in Torre Pellice noch mehr Quadret-Gerichte auf den Speisekarten stehen werden.

Die „Quadret“ wurde am 1. Juni 2013 in einer kleinen Zeremonie auf dem Rathausplatz in Torre Pellice dem staunenden Publikum vorgestellt. Damit alles seine Ordnung hat, beurkundete ein Notar in Anwesenheit des Bürgermeisters Claudio Bertalot und zahlreicher Ehrengäste öffentlich die Gründung des Vereines, der für die Herstellung und Vermarktung des neuen Produktes zuständig ist. Zu Gast waren
zu diesem Festakt Freunde aus den Partnerstädten von Torre Pellice, darunter auch eine Abordnung des Freundeskreises Städtepartnerschaft aus Mörfelden-Walldorf,
die ihrerseits gebeten wurde, beim anschließenden Markt „prodotti tipici“ aus Hessen
anzubieten. So kam es, dass die Einwohner von Torre Pellice an diesem Tag nicht nur das neue kulinarische Wahrzeichen ihrer Stadt kennen lernen konnten, sondern auch noch Griebenschmalz, Leberpastete und Handkäs mit Musik aus dem verregneten Deutschland. Der Tag schloß mit einem 6-Gänge-Menu für 100 Personen auf dem Rathausplatz ab, das alle bislang bekannten Quadret-Gerichte enthielt und in vielem an das traditionelle Gelage am Ende eines Asterix-Abenteuers erinnerte.
Mit einer Ausnahme: Troubadix durfte – nein: musste! – singen, wiederum in Gestalt des Allround-Künstlers Guy Rivoir, der mit zwei Freunden Opernklassiker und alte Volkslieder aus Okzitanien, Frankreich und Deutschland vortrug.

Bleibt zu hoffen, dass Torre Pellice mit seiner Quadret die Einnahmen aus dem Tourismus steigern kann, was wir unseren Freunden angesichts der noch immer nicht völlig beseitigten Millionenschäden der Flutkatastrophe von 2010 von ganzem Herzen wünschen.

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